Black Friday kann den Rekord von 2020 nicht einstellen

6. Dezember 2021 (in English / en Francais)

Der Black Friday läutet wie in den letzten Jahren die letzten Umsatzwochen des Jahres vor dem Weihnachtsgeschäft ein. Dies ist mit Blick auf die Zahlen von Monitoring Consumption Switzerland besonders in der Händlerkategorie «Anderer Detailhandel» offensichtlich: Gegenüber der Vorwoche klettern die Umsätze um starke 51% auf 621MCHF und erreichen den höchsten Stand im laufenden Jahr. Der Umsatz am Freitag, dem 26. November, fällt um 245% höher aus als am vorangegangenen Freitag (167 MCHF vs. 68 MCHF). Hierbei handelt es sich um mit Kreditkarten, Debitkarten und mit Mobile Payments getätigte Zahlungen im Präsenzgeschäft wie auch im E-Commerce.

Im Vergleich zum Jahr 2020 (Freitag 27.11.2020 = 176 MCHF) fällt der Umsatz am Black Friday dieses Jahr allerdings etwas schwächer aus (-5%, siehe Grafik 1). Dieser Rückgang steht im Kontrast zu einem Umsatzplus um 4% über alle Tage im November 2021 vor dem Black Friday gegenüber dem gleichen Zeitraum vom November 2020.

Grafik 1: Täglicher Umsatz im Non-Food Detailhandel mit Zahlungskarten (Debit-/Kreditkarten) und Mobile Payments, November 2021 und 2020.

Wie auch im letzten Jahr führt der Black Friday 2021 zu relativ stärkeren Umsätzen im E-Commerce. So steigt der Anteil des E-Commerce in der Kategorie «Andere Detailshandelsgüter» am Freitag, dem 26.11.2021, auf 27% im Vergleich zu 11% in der Woche davor. Der Umsatz im E-Commerce am Black Friday fällt jedoch deutlich im Vergleich zum Vorjahr (2021: 45 MCHF; 2020: 56 MCHF). Dagegen bleibt der Umsatz im Präsenzgeschäft stabil. 

Wie lässt sich der Rückgang des E-Commerce-Umsatzes am Black-Friday im Vorjahresvergleich erklären? Denkbar ist, dass Konsument*innen dieses Jahr aufgrund der veränderten Pandemie-Bedingungen eher planen, im Präsenzgeschäft einzukaufen, und deshalb von Online-Angeboten weniger Gebrauch gemacht haben. Allerdings sind auch angebotsseitige Effekte möglich: So könnten etwa die viel zitierten Lieferengpässe zu vergleichsweise weniger attraktiven Angeboten am Black Friday geführt haben.

Denkbar ist aber schliesslich auch, dass die beobachtete Veränderung im Umsatz «Retail: Other Goods (E-commerce)» durch Verschiebungen in der Erfassung der Händler in unseren Daten zustande kommt.