Unter (nicht so) freiem Himmel.

03. Juni 2021 (in English / en Francais)

Als Teil des Drei-Stufen-Plans zur Erleichterung der Massnahmen gegen das Coronavirus hat der Bundesrat Restaurants, Bars und Cafés seit dem 19. April die Öffnung der Aussenterrassen gestattet. In den ersten sechs Wochen seit dieser Massnahme (19. April – 30. Mai) stieg das Gesamtvolumen der Zahlungstransaktionen (Karten und Mobile Wallets) in der Händlerkategorie “Gastronomiedienstleistungen” auf 52.3 Millionen SFr. pro Woche. In demselben Zeitraum 2019 waren es 79 Millionen SFr. pro Woche, d.h. der Umsatz erreichte nur 66% des Vor-Covid-Niveaus. Zum Vergleich: In den ersten sechs Wochen vor der Aussenterrassenöffnung betrug der wöchentliche Umsatz 25.2 Millionen SFr., d.h. nur 30% des Vor-Covid-Niveaus (84.3 Millionen SFr.).

Die Gesamtreduktion der Konsumausgaben für Gastronomiedienstleistungen (im Vergleich zur Vor-Covid-Periode) dürfte tatsächlich noch grösser sein als der dokumentierte Schwund um dieses eine Drittel. Dies ist auf eine Änderung des Zahlungsverhaltens zurückzuführen, das sich seit dem Beginn der Pandemie von Bargeld hin zur Kartenzahlung verschob (Link zu: https://monitoringconsumption.com/Covid19_Cash/ ). Diese Verschiebung dürfte besonders relevant für Konsumausgaben in Restaurants und Cafés sein, da dieser Sektor Umfragedaten zufolge vor der Pandemie besonders bargeldintensiv war (Link zu https://monitoringconsumption.com/payment_behavior/ ).

Ein Vergleich der Konsumausgaben über die verschiedenen Kantone zeigt markante Unterschiede auf. Die beobachteten Ausgaben für Gastronomiedienstleistungen sind in den Kantonen Genf und Neuenburg immer noch 50% unter ihren Vor-Covid-Niveaus. Im Kanton Tessin hingegen waren die Ausgaben sogar 26% höher als in 2019. Drei Gründe mögen dafür ausschlaggebend sein: erstens die erwähnte Verschiebung der Zahlungsmittel; zweitens eine höhere Anzahl einheimischer Gäste während der Frühlingsferien im Vergleich zur Vor-Covid-Periode; und dann wäre da noch die sonnigere Wetterlage im Südkanton – zumindest im Vergleich zur nassen und kalten Witterung nördlich der Alpen.