Der Shutdown 2021: Innenstädte (wiederum) am stärksten betroffen

10. März 2021 (in English / en Francais)

Während des 6-wöchigen Shutdowns (18. Januar bis 28. Februar) stellen wir eine starke geografische Verschiebung der Konsumausgaben fest: In den Wochen 3 bis 8 des Jahres 2021 beträgt der Rückgang der Kartenzahlungen am POS  in den Stadtzentren -32% gegenüber dem Vorjahr, während er sich auf nur -6% in anderen Ballungsräumen und -3% in Nicht-Ballungsräumen beläuft.

Eine nähere Analyse zeigt, dass dieser Umstand durch zwei Effekte getrieben wird. Erstens sind die Händler, die von Geschäftsschliessungen betroffen sind, am ehesten in den Innenstädten zu finden: So war der Anteil der Verbraucherausgaben im Non-Food-Einzelhandel oder in Restaurants in der Vor-Covid-Zeit in den Innenstädten höher, während in den übrigen Ballungsräumen und auf dem Land der Anteil des Lebensmitteleinzelhandels höher war. Zweitens haben die Home-Office-Regeln die Detailhandelsausgaben von den Innenstädten in andere Gebiete verlagert. In den vergangenen 6 Wochen (Woche 3-8 des Jahres 2021) beispielsweise stieg die Zahl der Kartenzahlungen in der Kategorie “Lebensmittel” gegenüber dem Vorjahr in den Innenstädten um + 27%, jedoch um + 43% in anderen Ballungsräumen und um + 47% in Nicht-Agglomerationsgemeinden. *

Während des ersten Shutdowns im Frühjahr 2020 zeigte unser Projekt eine ähnliche geografische Verschiebung des Verbrauchs. In den Wochen 12 bis 19 des Jahres 2020 betrug der Rückgang der Zahlungen am POS gegenüber dem Vorjahr in den Innenstädten -52%, verglichen mit nur -17% in anderen Ballungsräumen und -14% in Nicht-Ballungsräumen.

Insgesamt beobachten wir bei den jüngsten Schliessungen einen viel schwächeren Rückgang der Verbraucherausgaben im Vergleich zu 2020. Während des Lockdowns von 2021 deuten die gesamten Zahlungskartentransaktionen (einschließlich der Bargeldabhebungen) auf einen Rückgang um 18% im Vergleich zu den gleichen Wochen im Jahr 2020 hin. Während des Lockdowns im Jahr 2020 war der Rückgang fast doppelt so groß. Mehrere Gründe können für die stärkere Reduzierung der Ausgaben während des ersten Stillstands verantwortlich sein: die anfängliche Angst vor der Pandemie, das Fehlen von Masken; zuletzt waren die Einschränkungen, von zu Hause aus zu arbeiten, verbindlicher, und weit mehr Wirtschaftssektoren wurden geschlossen (z. B. persönliche Dienstleistungen).

* Einzelheiten zur Kategorisierung von Gemeinden in Ballungsräumen finden Sie in unserem wöchentlichen Dashboard  https://monitoringconsumption.com/acquiring-data-by-agglomeration/