Aktuelle Entwicklungen des Konsums in der Schweiz

22. September 2020 (also in English)

Bild 1. Transaktionsvolumen (in Mio. CHF) pro Woche mit Kredit-, Debit und Bankkarten im Jahr 2020

  • Während der vergangenen 4 Wochen (20. August – 16. September) erreichte das Volumen der Transaktionen und Bargeldbezüge von Kredit- und Debitkarten 2’040 Mio. CHF pro Woche. Das Volumen der Kartentransaktionen liegt damit 4% über dem Vor-COVID-19 Niveau[1] (1’963 Mio. CHF pro Woche).
  • Zahlungen mit Debitkarten am Point-of-Sale (PoS) erreichten 799 Mio. CHF pro Woche während der vergangenen 4 Wochen und liegen damit 15% über dem Vor-COVID-19 Niveau (694 Mio. CHF pro Woche).
  • Bargeldbezüge mit Debit- und Bankkarten während der vergangenen 4 Wochen erreichten 738 Mio. CHF pro Woche und liegen damit 6% unter dem Vor-COVID-19 Niveau (783 M CHF pro Woche). (Siehe Appendix für eine Erläuterung der geänderten Methodologie zur Messung der Bargeldbezüge).
  • Zahlungen mit Kreditkarten am Point-of-Sale (PoS) in der Schweiz erreichten 373 Mio. CHF pro Woche während der vergangenen 4 Wochen und liegen damit 12% über dem Vor-COVID-19 Niveau (334 Mio. CHF pro Woche). Online-Zahlungen mit Kreditkarten an Händler in der Schweiz erreichten 132 Mio. CHF pro Woche während der vergangenen 4 Wochen und liegen damit 13% unter dem Vor-COVID-19 Niveau (152 Mio. CHF pro Woche).

[1] Aufgrund der fehlenden Daten für das Jahr 2019 können wir die Kartentransaktionen nicht mit dem Vorjahr vergleichen. Deswegen vergleichen wir die neusten Daten mit der vor-COVID-19 Periode des Jahres 2020, i.e., mit den 10 Wochen vom 02.01. – 11.03.2020.

Zahlungen mit Debitkarten am point-of-sale: Signifikanter Anstieg verglichen mit 2019 bei Gastronomie und Hotellerie in Tourismusregionen weiterhin anhaltend.

Bild 2. Transaktionen mit Debitkarten am Point-of-Sale, nach Händlerkategorie, 2020 verglichen mit 2019 in %

Bild 3: Transaktionen mit Debitkarten am PoS nach Agglomerationstyp, 2020 verglichen mit 2019 in %

  • Ein Vorjahresvergleich der Zahlungen mit Debitkarten am Point-of-Sale (PoS) zeigt einen Anstieg von 20% über die vergangenen 4 Kalenderwochen (KW35-38).
  • Der bemerkenswert signifikante Anstieg der Zahlungen in Gaststätten und Restaurants hat angehalten. Das Volumen der Transaktionen mit Debitkarten in den KW35-38 war 39% höher als in den gleichen Wochen im Jahr 2019. Das Transaktionsvolumen in der Händlerkategorie Lebensmittel & Supermärkte hat um 26% zugenommen, verglichen mit 2019, während das Transaktionsvolumen in der Kategorie «andere Detailhändler» 15% über dem Niveau von 2019 liegt.
  • Während der KW35-38 haben die Transaktionen in Regionen mit einem starken Tourismussektor einen starken Anstieg im Vergleich zu 2019 gezeigt. Im Kanton Graubünden, beispielsweise, sind die Umsätze 38% höher als in den Wochen des letzten Jahres. Trotzdem zeigt sich ein beginnender Rückgang der Umsätze in diesen Regionen, der mit dem Ende der Ferienzeit zusammenhängt.
  • Die Innenstädte profitieren nach wie vor am wenigsten von der Erholung des Konsums. Hier sind die Transaktionsvolumina mit Debitkarten am Point-of-Sale während der KW35-38 lediglich 15% höher als im vorangehenden Jahr, während die Transaktionsvolumina in den Agglomerationszonen 26% höher sind als in denselben Kalenderwochen des Jahres 2019 (siehe Dashboard).
  • Die Ausgaben von Schweizer Konsumenten in den Nachbarländern hat sich während der vergangenen 4 Wochen weiter auseinanderbewegt. In Italien (+15%) und Österreich (+9%) liegen die Transaktionsvolumina mit Debitkarten am Point-of-Sale signifikant höher als in den Wochen von 2019. Einkäufe mit Debitkarten in Deutschland erreichten gerade das Niveau des vorherigen Jahres, während sie in Frankreich leicht unter dem Niveau von 2019 sind (-4%) (siehe Dashboard).

Kreditkartenzahlungen: Zahlungen im Ausland sind rückläufig, während die Feriensaison sich dem Ende zuneigt.

Bild 4: Wöchentliche Transaktionen mit Kreditkarten nach Kategorie

  • Nach einer starken Abnahme am Ende der Feriensaison, haben mit Kreditkarten getätigte Ausgaben von Schweizerischen Konsumenten an ausländischen PoS von 118 Mio. CHF auf 131 Mio. CHF pro Woche zugenommen.
  • Online-Zahlungen von Schweizer Konsumenten an ausländische Händler erreichen 141 Mio. CHF pro Woche und entsprechen damit ungefähr dem durchschnittlichen wöchentlichen Volumen seit dem Ende des Lockdowns Ende Mai.

Appendix: Änderung der Methodik zur Messung der Bargeldbezüge.

Seit dem 28. August haben wir die Darstellung der Bargeldbezüge in unserem wöchentlichen Dashboard geändert https://monitoringconsumption.org/paymentcard2020. Der Hintergrund dieser methodischen Änderung zur Messung der Bargeldbezüge ist folgender:

Von 2018 – 2020 wurden die Bankomaten (ATM) in der Schweiz in ein neues System (ATM futura) integriert, das sowohl die Bargeldbezüge von externen Kunden wie auch von internen Kunden registriert. Zuvor wurden nur Transaktionen von externen Kunden an die SIX BBS AG weitergeleitet.

Die bisher in unserem Dashboard veröffentlichten Variablen basierten auf dem vollständigen Datensatz, der SIX BBS AG zur Verfügung steht: Darin waren eine signifikante Anzahl von Bankomaten enthalten, die seit dem ersten Januar 2020 in das neue System (ATM futura) integriert wurden. Weil im Verlaufe des Jahres stetig neue Bankomaten zum System hinzugefügt wurden, stieg die Zahl der veröffentlichten Transaktionen an, was die Einschätzung des Konsumtrends in der Schweiz nach oben verzerrte.

Die neu veröffentlichten Variablen basieren deshalb auf Bankomaten welche per 31. Dezember 2019 bereits in das neue System (ATM futura) integriert wurden. Die Analyse deckt damit grob ¾ aller Bankomaten im System der SIX BBS AG ab. Für diese Bankomaten analysieren wir die Bargeldbezüge mit Debit- und Bankkarten von Schweizer Konsumenten.

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