Aktuelle Entwicklungen des Konsums in der Schweiz

  1. September 2020 (also in English)

Bild 1. Transaktionsvolumen (in Mio. CHF) pro Woche mit Kredit-, Debit und Bankkarten im Jahr 2020

  • Während der vergangenen 4 Wochen (30. Juli – 26. August) erreichte das Volumen der Transaktionen und Bargeldbezüge von Kredit- und Debitkarten 1’965 Mio. CHF pro Woche. Das Volumen der Kartentransaktionen erreicht damit das Vor-COVID-19 Niveau[1] (1,963 Mio. CHF pro Woche).
  • Zahlungen mit Debitkarten am Point-of-Sale (PoS) erreichten 789 Mio. CHF pro Woche während der vergangenen 4 Wochen und liegen damit 14% über dem Vor-COVID-19 Niveau (694 Mio. CHF pro Woche).
  • Bargeldbezüge mit Debit- und Bankkarten während der vergangenen 4 Wochen erreichten 679 Mio. CHF pro Woche und liegen damit 13% unter dem Vor-COVID-19 Niveau (783 M CHF pro Woche). (Siehe Appendix für eine Erläuterung der geänderten Methodologie zur Messung der Bargeldbezüge).
  • Zahlungen mit Kreditkarten am Point-of-Sale (PoS) in der Schweiz erreichten 376 Mio. CHF pro Woche während der vergangenen 4 Wochen und liegen damit 12% über dem Vor-COVID-19 Niveau (334 Mio. CHF pro Woche). Online-Zahlungen mit Kreditkarten an Händler in der Schweiz erreichten 122 Mio. CHF pro Woche während der vergangenen 4 Wochen und liegen damit 20% unter dem Vor-COVID-19 Niveau (152 Mio. CHF pro Woche).

[1] Aufgrund der fehlenden Daten für das Jahr 2019 können wir die Kartentransaktionen nicht mit dem Vorjahr vergleichen. Deswegen vergleichen wir die neusten Daten mit der vor-COVID-19 Periode des Jahres 2020, i.e., mit den 10 Wochen vom 02.01. – 11.03.2020.

Zahlungen mit Debitkarten am Point-of-Sale: Der signifikante Anstieg im Vergleich zum Jahr 2019 hält an in den Kategorien Restaurants / Gastwirtschaft sowie in den Tourismusregionen. 

Bild 2. Transaktionen mit Debitkarten am Point-of-Sale, nach Händlerkategorie, 2020 verglichen mit 2019 in %

Bild 3: Wöchentliche Transaktionen mit Debitkarten am Point-of-Sale nach Kanton (Graubünden), 2020 verglichen mit 2019

  • Ein Vorjahresvergleich der Zahlungen mit Debitkarten am Point-of-Sale (PoS) zeigt einen Anstieg von 22% über die vergangenen 4 Kalenderwochen (KW32-35).
  • Der bemerkenswert signifikante Anstieg der Zahlungen in Gaststätten und Restaurants hat angehalten. Das Volumen der Transaktionen mit Debitkarten in den KW32-35 war 39% höher als in den gleichen Wochen im Jahr 2019. Das Transaktionsvolumen in der Händlerkategorie Essen & Supermärkte hat um 27% zugenommen, verglichen mit 2019, während das Transaktionsvolumen in der Kategorie «andere Detailhändler» 20% über dem Niveau von 2019 liegt.
  • Während der KW32-35 haben die Transaktionen in Regionen mit einem starken Tourismussektor einen starken Anstieg im Vergleich zu 2019 gezeigt. Im Kanton Graubünden beispielsweise, sind die Umsätze 42% höher als in den Wochen des letzten Jahres. Trotzdem zeigt sich ein beginnender Rückgang der Umsätze in diesen Regionen, der mit dem Ende der Ferienzeit zusammenhängt.
  • Die Innenstädte profitieren nach wie vor am wenigsten von der Erholung des Konsums. Hier sind die Transaktionsvolumina mit Debitkarten am Point-of-Sale während der KW32-35 lediglich 16% höher als im vorangehenden Jahr, während die Transaktionsvolumina in den Agglomerationszonen 28% höher sind als in denselben Kalenderwochen des Jahres 2019 (Siehe Dashboard).
  • Die Ausgaben von Schweizer Konsumenten in den Nachbarländern hat sich während der vergangenen 4 Wochen weiter auseinanderbewegt. In Frankreich (+18%), Italien (+19%) und Österreich (+9%) liegen die Transaktionsvolumina mit Debitkarten am Point-of-Sale signifikant höher als in den Wochen von 2019. Einkäufe mit Debitkarten in Deutschland erreichten gerade das Niveau des vorherigen Jahres (Siehe Dashboard).

Kreditkartenzahlungen: Zahlungen im Ausland sind rückläufig, während die Feriensaison sich dem Ende zuneigt.

Bild 4: Wöchentliche Transaktionen mit Kreditkarten nach Kategorie

  • In den vergangenen 4 Wochen haben die Zahlungen mit Kreditkarten von Schweizer Konsumenten an ausländischen Point-of-Sales abgenommen. Während das Niveau Ende Juli noch 188Mio. CHF pro Woche erreichte, lag es Ende August 118M CHF pro Woche. ADD Satz in EN Fassung
  • Online-Zahlungen von Schweizer Konsumenten an ausländische Händler sind ebenfalls rückläufig. Lag das Niveau Ende Juli noch bei 147M CHF pro Woche, liegt es Ende August bei 127Mio. CHF pro Woche.

Appendix: Änderung der Methodik zur Messung der Bargeldbezüge.

Seit dem 28. August haben wir die Darstellung der Bargeldbezüge in unserem wöchentlichen Dashboard geändert https://monitoringconsumption.org/paymentcard2020. Der Hintergrund dieser methodischen Änderung zur Messung der Bargeldbezüge ist folgender:

Während 2018 – 2020 wurden die Bankomaten (ATM) in der Schweiz in ein neues System (ATM futura) integriert, welches sowohl die Bargeldbezüge von externen Kunden wie auch von internen Kunden registriert. Zuvor wurden nur Transaktionen von externen Kunden an die SIX BBS AG weitergeleitet.

Die bisher in unserem Dashboard veröffentlichten Variablen basierten auf dem vollständigen Datensatz, der SIX BBS AG zur Verfügung steht: Darin waren eine signifikante Anzahl von Bankomaten enthalten, die seit dem ersten Januar 2020 in das neue System (ATM futura) integriert wurden. Weil im Verlaufe des Jahres stetig neue Bankomaten zum System hinzugefügt wurden, stieg die Zahl der veröffentlichten Transaktionen an, was die Einschätzung des Konsumtrends in der Schweiz nach oben verzerrte.

Die neu veröffentlichten Variablen basieren deshalb auf Bankomaten welche per 31. Dezember 2019 bereits in das neue System (ATM futura) integriert wurden. Die Analyse deckt damit grob ¾ aller Bankomaten im System der SIX BBS AG ab. Für diese Bankomaten analysieren wir die Bargeldbezüge mit Debit- und Bankkarten von Schweizer Konsumenten.

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